WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE // 10+

WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE // 10+

Jens Raschke / Premiere am 12. Februar 2017

Eines Morgens lag das Nashorn einfach da, tot und mit traurigen Augen. Der Bär zieht in das verwaiste Nashorngehege und bringt das beschauliche Leben seiner Nachbarn Papa Pavian, dem Murmeltiermädchen und Herrn Mufflon gründlich durcheinander. Er stellt unangenehme Fragen über die Begebenheiten auf der anderen Seite des summenden Zaunes, vor allem die eine: Was sah das Nashorn, als es auf die andere Seite des Zaunes schaute?1938 wurde am Rande des Konzentrationslagers Buchenwald für die Wärter, ihre Familien und die Bewohner von Weimar ein Zoo errichtet. Jens Raschke sagt über sein Werk für Menschen ab 10 Jahren, das 2014 mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet wurde: „Es ist kein Stück über das Konzentrationslager Buchenwald – darüber lässt sich womöglich gar kein Stück schreiben –, sondern ein Stück über die Frage: Bär oder Pavian?“

Materialmappe


Regie Milena Paulovics
Bühne & Kostüme Pascale Arndtz
Dramaturgie
Britta Hollmann
Regieassistenz Gabriele Kästner

Mit Mechthild Grabner (Erster / Murmeltiermädchen u.a.), Zenzi Huber (Vierter / Herr Mufflon u.a.), Patrick Kramer (Dritter / der Bär u.a.), Vasilios Zavrakis (Zweiter / Papa Pavian u.a.)


Presseecho

„Mit lang anhaltendem Applaus würdigt ein sichtlich bewegtes Premierenpublikum die  herausragende Leistung des gesamten Ensembles.“ (…)
„Regisseurin Milena Paulovics inszeniert das Unbeschreibliche mit archaischer Schauspielkunst: Mechthild Grabner (Murmeltiermädchen), Vasilios Zavrakis (Pavian), Patrick Kramer (Bär) sowie Zenzi Huber (Mufflon) bringen das Glanzstück fertig, über ihr temporeiches Spiel gleich mehrere Ebenen zu  bedienen. Die Bühne, die Pascale Arndtz mit klettertauglichen Kofferbergen bestückt hat, verwandelt sich glaubhaft in ein Zoogehege; mehr braucht es nicht, wenn Schauspieler ihr Fach beherrschen und Zuschauer in den glücklichen Zustand der Imagination verhelfen. In 70 Minuten Spielzeit gelingt dem vierköpfigen Ensemble der schwierige Spagat zwischen Slapstick und Grauen auch oder gerade mit Hilfe brechender erzählerischer Komponenten. In der Rolle des angepassten Pavians führt Vasilios Zavrakis beeindruckend vor, wie das Weggucken und Anpassen funktioniert. Zenzi Huber weiß anscheinend, wie ein Mufflon tickt: mitläuferisch und denkfaul. Mechthild Grabner zeigt hingegen tragikomische Qualitäten, wenn sie sich als niedlich- naives Murmeltiermädchen mit einem  Riesenlolli ruhigstellen lässt.”

Wilhelmshavener Zeitung

„In 70 spannungsvollen Minuten erzählen und spielen ein junger Bär (Patrick Kramer), Papa Pavian (Vasilios Zavrakis), das Murmeltiermädchen (Mechthild Grabner) und Herr Mufflon (Zenzi Huber) die Geschichte von einem Zoo in direkter Nachbarschaft zu einem Konzentrationslager.“ (…) „Die Naivität der Tiere und die einnehmende, wunderbare Dialoggestaltung Raschkes (Dramaturgie: BrittaHollmann) wirken, wie von Paulovics erhofft, tatsächlich als Filterelemente, um die Realität der von den Tieren über den „summenden, brummenden Zaun“ hinweg beobachteten Schrecknisse abzufedern.“ (…) „nachvollziehbar und sind doch zugleich in ihrem grandiosen Spiel so dicht an den Zuschauern, dass sie ihnen einen besonderen Schutz geben und sie emotional auffangen und halten können.“ (…) „Das Stück, so tieftraurig seine Geschichte ist, enthält aber auch viele Momente, in denen gelacht werden kann und darf:“
„Dank der herausragenden Leistung der vier Darsteller in ihren tierischen Charakterrollen und der hohen inszenatorischen Qualität, die Milena Paulovics als Gastregisseurin lieferte, ist es der Jungen Landesbühne gelungen, ein Stück zum Thema Konzentrationslager auf die Bühnenbretter zu bringen, das die jungen Zuschauer ebenso behutsam wie bewegend an dieses schwere, grauenhafte Kapitel der Zeitgeschichte heranführt.“ (…) „Das Murmeltiermädchen, herzergreifend liebevoll von Mechthild Grabner dargestellt, glaubt, dass es etwas gesehen hat, das so traurig war, dass es daran gestorben ist.“ (…) „Auch Patrick Kramer ist als tapsender, neugieriger Bär sofort ein purer Sympathieträger.“ (…) „Papa Pavian (Vasilios Zavrakis darf hier eine weitere Paraderolle für sich verbuchen) ist der aufgeweckte Neuling ein Dorn im Auge.“ (…) „…köstlich Vasilios Zavrakis und Patrick Kramer als snobistisch tänzelnde Schwäne, und immer wieder sind Dialoge mit kräftigem Humor gewürzt, den kleine und große Besucher laut lachend genießen.“

Jeversches Wochenblatt

 

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