FARM DER TIERE

George Orwell / Premiere am 07. Januar 2017

Märchenhaft sind sie wahrlich nicht, die Zustände auf der „Herren-Farm“. Der Besitzer Mr. Jones ist seit einiger Zeit nur noch betrunken, die Felder verwahrlost, die Tiere unterernährt. Da nimmt der alte Zuchteber Major das Schicksal der ausgebeuteten Kreaturen in die Hand: Er fordert sie auf, Mr. Jones zu verjagen und den ungerechten Verhältnissen ein Ende zu setzen. Nach seinem Tod übernehmen die drei Schweine Napoleon, Snowball und Squealer die Führung. Sie setzen Gebote fest, allen voran: Alle Tiere sind gleich. Als sie es schaffen, den Farmer zu vertreiben, steigt den Schweinen ihre Machtposition schnell zu Kopf und der Satz „Alle Tiere sind gleich“ erhält den Zusatz, „Manche sind gleicher“.
George Orwell schrieb FARM DER TIERE 1945 und kommentierte darin die Veränderungen des politischen Systems der Sowjetunion zu Stalins Zeiten, von der klassenlosen Gesellschaft hin zu einem von Terror, Propaganda und Ausbeutung geprägten Regime. Doch darüber hinaus stellt er die Frage nach der Machbarkeit einer gerechten Gesellschaft und erinnert uns daran, dass das Ganze nur so gut sein kann wie die Summe seiner Teile.

Materialmappe

Brückenstück für alle ab 15 Jahren, diese Spielzeit unter Mitwirkung von Mitgliedern unseres Jugendclubs.


Regie Karin Drechsel
Bühne & Kostüme Christine Grimm
Musikalische Leitung Florian Oberlechner
Dramaturgie Britta Hollmann
Regieassistenz Maximilian Schuster

Mit Simon Ahlborn (Snowball / Mr Whymper), Timon Ballenberger (Squealer), Anna Gesewsky (Old Major / Hund / Mr. Pilkington), Johanna Kröner (Benjamin), Julius Ohlemann (Boxer / Mr. Frederick), Johannes Simons (Erzähler), Jördis Wölk (Mr. Jones / Mollie), Caroline Wybranietz (Napoleon)

und die Mitglieder des Jugendclubs: Eske Eilts (Mr. Frederick / Kuh / Hund), Justina Feldmann (Huhn / Hund), Karol Gorecki (Schaf), Dahlia Hedemann (Huhn / Hund), Mateusz Pudlik (Schaf), Laura  Rosenboom (Kuh / Hund), Raphael Rosenboom (Schaf), Mariana Stein (Huhn / Hund)


Presseecho

Die Wilhelmshavener Zeitung zeigte sich begeistert von FARM DER TIERE und schreibt:
„Die Landesbühne Niedersachsen Nord zeigt mit der Inszenierung dieser dystopischen Fabel von George Orwell ein spannendes und zugleich sehr frustrierendes Gedankenspiel.“ (…) „Das Ensemble der Landesbühne setzt diesen Stoff hervorragend um. Allen voran zeigt Caroline Wiebranietz eine großartige Version des Napoleons, der die Herrschaft auf der Farm der Tiere übernimmt. Anfangs agiert die Schauspielerin noch zurückhaltend und schüchtern, verleiht ihrem Charakter aber einen immer stärker um sich greifenden Machthunger, der fast schon an Wahnsinn grenzt. Stark auch JördisWölk, die kurzfristig die Rolle des verunfallten Metin Turans mit übernimmt, und damit eine großartige Wandelbarkeit zeigt. Sei es der betrunkene Bauer Mr. Jones oder die grazile Stute Molly, Jördis Wölk gibt beiden einen ganz eigenen Charakter. Timon Ballenberger mimt Squeazer,  Napoleons rechte Hand und fast schon eine Art Propagandaminister, der für dessen Taten immer eine Erklärung parat hat. Es sei ja schließlich für die Gemeinschaft, sonst käme Mr. Jones zurück, heißt es da. Ballenberger gelingt es, in seiner Rolle auf arrogante Art und Weise ein Angstregime zu erzeugen. Julius Ohlemann ist die passende Besetzung für den Ackergaul Boxer. Dieser zeigt sich stets ein wenig schlicht, hat aber das Herz am rechten Fleck und steuert seinen Teil bei: harte Arbeit. Anna Gesewsky (Eber Major, Mr. Pilkington) und Simon Ahlborn (Eber Snowball, Mr. Whymper) überzeugen in ihren Doppelrollen, Johanna Kröner (Esel Benjamin) untermalt mit ihrem Akkordeon-Spiel passend die Szenen. Eine starke Leistung zeigten auch die Mitglieder des Jugendclubs (Eske Eilts, Mariana Stein, Laura Rosenboom, Karol Gorecki, Mateusz Pudlik, Raphael Rosenboom, Justina Feldmann und Dahlia Hedemann). Alle Tiere sind gleich – das zeigt sich auch im Kostümbild von  Christine Grimm. Uniformartig tragen die Schauspieler weiße Overalls, die an unförmige Maleranzüge erinnern.“ (…) „Im stilisierten Farmhaus erkennt der Zuschauer dank tollem Schattenspiel, was hinter verschlossenen Türen zugeht. Damit hat Regisseurin Karin Drechsel wunderbarmit den Mitteln des Theaters gearbeitet.“

Auch vom Jeverschen Wochenblatt erfährt FARM DER TIERE großes Lob: „Orwell-Klassiker bietet in der Bühnenfassung 100 spannungsgeladene Minuten.“ (…) „Am Anfang stehen die erfolgreich  verlaufende Rebellion der Tiere über den ausbeutenden Menschen und die Abgrenzung gegenüber Zweibeinern, um den Vierbeinern ein würdiges Leben zu schaffen. Am Ende aber steht der Finalsatz „Sie schauten von Mensch zu Schwein und von Schwein zu Mensch, doch es ließ sich nicht mehr erkennen, wer was war.“ Dazwischen liegen 100 Spielminuten, voller spannungsvoller Ereignisse und Entwicklungen, rhetorischer Finessen und Manipulation und auch voller sich in den Köpfen der  Zuschauer entfaltender Bilder.“ (…) „Die Inszenierung lädt schier dazu ein, mit den Figuren ebenso historische als auch aktuelle Persönlichkeiten und Regierungen zu assoziieren, und die Wirkung der Abstraktion ist geradezu fantastisch hinsichtlich der Klarheit, mit der die Zuschauer Abläufe, Entwicklungen und vor allem auch Worte und Inhalte erfassen können.“
Auch Regieteam und Ensemble ernten größtes Lob für ihre Leistung auf und hinter der Bühne:
„Verdientermaßen, denn Karin Drechsel, der Dramaturgin Britta Hollmann und den 16 Darstellern ist eine Aufführung gelungen, die sich in ihrer Qualität dem Orwell-Weltklassiker als absolut würdig erweist. Besonderer Beifall gilt der Schauspielerin Jördis Wölk, die bravourös die Rollen des Farmers Mr. Jones, der Kuh Mollie und des Hundes von ihrem Kollegin Metin Turan übernahm, der wegen einer Verletzung bei der Hauptprobe ausfiel.“ (…) „In der Auftaktszene liegen die Tiere wie ein lebendiges Knäuel schlafend in- und übereinander, ihre Atmung hat denselben Rhythmus. Dieses Schlüsselelement kann auch als Synonym für die Darstellungskraft dieser Inszenierung gelten, für ihr einnehmendes eigenes Tempo und die mitreißende Intensität der Sprache, der hohen Dialogkultur und der Gestik. Weitere Pluspunkte sind Gesang und Sprechgesänge (Musikalische Leitung: Florian Oberlechner) und die Figur des Erzählers, in dessen Rolle Johannes Simons (mit Karl-Marx-Frisur und Bart) die Zuschauer sehr lebendig ganz dicht an das Spiel heranholt. Das Bühnenbild von Christine Grimm bietet eine Spielfläche  mit beweglichen Teilen und einer Farmhausgiebelwand, die dank raffinierter Beleuchtung auch Schattenspiele perfekt wirken ließ. Die Schattenspiele offerieren dem Publikum all jene Handlungen, die verborgen bleiben sollen, und davon gab es eine Menge.“

Der Ostfriesische Kurier schreibt:

„Landesbühne aus Wilhelmshaven beeindruckt mit „Farm der Tiere.“ (…) „Aus dem Zuschauerraum möchte man den „Tieren“ auf der Bühne zurufen: „Macht die Augen auf! Spitzt eure Ohren! Seht ihr nicht, in welche Katastrophe ihr geratet?“
„Karin Drechsel und das Ensemble haben eine passende Inszenierung für das Stück von George Orwell auf die Bühne gebracht.“ (…) „George Orwell war ein politischer Mensch, schrieb gegen totalitäre Regime (…) Karin Drechsel hat diesen Faden weitergesponnen. Und das Exzellent.“  (…) „Dann die Rebellion gegen den versoffenen und verhassten Bauer Jones (super allein die dem Suff geschuldeten akrobatische Leistung beim auf die Bühne kommen – Jördis Wölk).“ (…) „Da ist der schleimige Squealer, schon beim ersten Auftritt aalglatt und ekelig, hinterhältig, arrogant – Timon Ballenberger hat das wunderbar scheußlich gespielt.“ (…) „Bilder, die man nicht aus dem Kopf bekommt – das sehr gelungene Bühnenbild zum Beispiel (Christine Grimm). Wo das Farmhaus nichts ist als die Leinwand für die Schattenspiele dahinter.“

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