IM WESTEN NICHTS NEUES

IM WESTEN NICHTS NEUES

Erich Maria Remarque / Premiere am 05. September 2015

Der Erste Weltkrieg bildet einen tiefen Einschnitt in das 20. Jahrhundert. Er mobilisierte gewaltige Ressourcen, forderte Leid, Zerstörung und rund 17 Millionen Menschenleben. Dieser Krieg war nicht nur ein europäischer Großkonflikt, sondern entwickelte sich binnen kürzester Zeit zu einem globalen Verhängnis. Erich Maria Remarque schildert in seinem Roman das Kriegserlebnis aus der Sicht einfacher Frontsoldaten, einer Generation, „die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie den Granaten entkam.“ Nach dem vierjährigen Grauen, dem Stellungskrieg, dem Morden, dem Sterben sind sie unfähig, sich das Zusammenleben in einer zivilen Gesellschaft noch vorstellen zu können. Was machen Soldaten nach dem Krieg? Wie gehen sie mit ihren Erfahrungen um, die der Rest der Gesellschaft und ihre Familie nicht teilen kann?Remarques Roman, in mehr als 50 Sprachen übersetzt, ist eines der meistgelesenen Bücher der Welt und im Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, erschienen.

Am Premierenabend findet um 19:30 im Oberen Foyer ein Einführungsgespräch mit der Regisseurin Eva Lange und der Journalistin Ulrike Scheffer statt.

Materialmappe


Regie Eva Lange
Bühne & Kostüme Gabriela Neubauer
Dramaturgie Lea Redlich

Regieassistenz Romy Lehmann
Regiehospitanz Marie Palm
Soufflage Petra Hillers
Inspizienz Udo Heinrichs
Sprechcoaching Deborah Ziegler

Mit Ben Knop, Robert Lang, Vasilios Zavrakis, Mechthild Grabner, Sarah Horak, Aida-Ira El-Eslambouly, Christoph Sommer


Presseecho

Vier Kritiker, vier Meinungen zu Eva Langes Inszenierung „Im Westen nichts Neues“. In der November-Ausgabe der Theater der Zeit heißt es zur Kernaussage des Stückes: „Die Soldaten, ob äußerlich versehrt oder nicht, kehren meist als gebrochene Menschen heim. Viel mehr sagt Langes Inszenierung leider nicht aus.“ Die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg war in ihrer Premierenkritik im September zu einem anderen Schluss gekommen: „Was am Ende bleibt, ist die beklemmende Erkenntnis, dass Kriege niemals einen Sieger, sondern nur Verlierer haben.“ Für das Jeversche Wochenblatt stand die Frage im Fokus: „Wie geht die Gesellschaft mit Heimkehrern um?“ Und für die Wilhelmshavener Zeitung sind es die Zitate von Bundeswehrangehörigen, die in der Inszenierung klar machen: „So weit sind die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg und den Kriegen, die heute auf der Welt geführt werden, gar nicht auseinander.“ Lange habe die Handlung „teilweise in die heutige Zeit geholt. Dieser Spagat ist gelungen“.
Die besagten Zitate empfindet der Kritiker der Theater der Zeit hingegen „nicht als Bereicherung, sondern eher als Unterbrechung der Hauptgeschichte“. Für die Nordwest-Zeitung fügen sich die Inhalte „nahtlos in das Stück ein“.
Theater der Zeit beklagt, die Vorstellung nehme „nur schleppend an Fahrt auf. Und: „Nur mühsam findet der Zuschauer hinein.“ Das Jeversche Wochenblatt spricht dagegen von „eindrucksvollem Szenenspiel von hoher Dichte, voll von Schilderungen und Aussagen, die berühren und unter die Haut gehen“, die Nordwest-Zeitung von „einer straffen Inszenierung mit gleichmäßigem Spannungsbogen“. „Verstörend, bedrückend und beklemmend“, so die Wilhelmshavener Zeitung.
Während die Fachzeitschrift das Bühnenbild kritisiert („Langes Einheitsbühne zeigt ein dunkles Loch. Risse und Löcher bleiben eine Behauptung“) ist sie für die Wilhelmshavener Zeitung „die perfekte Untermalung dieser bedrückenden Situation“ und für die Nordwest-Zeitung erzeugt sie „eine bedrückende Atmosphäre“.
„Obwohl auf die Darstellung von Blut, Leichen oder abgerissenen Körperteilen verzichtet wird, ist die Inszenierung intensiv“, lobt die Zeitung weiter. Auch das bewertet die Theater der Zeit anders: Die „emotionale Distanz zur Bühne“ bleibe zu groß, kritisiert das Blatt und schlägt vor: „Vielleicht hätten hier Videoprojektionen, Licht oder Sound dem Zuschauer eher das Gefühl vermitteln können, Zeitzeuge aktueller Ereignisse zu sein.“
Interessant auch das unterschiedliche Verständnis für die Darstellung der Uninformiertheit: „Eva Lange hat sich selbst ausgetrickst: Indem sie Remarques Soldaten die Einzigartigkeit genommen hat, hat sie dem Zuschauer die Möglichkeit der Identifikation mit diesen Figuren geraubt“, findet die Theater der Zeit„Remarques Protagonist Paul Bäumer erscheint sechsgestaltig, seine Figur löst sich auf (…) und fügt sich wieder zusammen zu einer Figur, mit gemeinsam gesprochenen Textteilen und zart-eindringlichen Chorgesängen“, beobachtet das Jeversche Wochenblatt. Und die Nordwest-Zeitung meint: „Alle Charaktere werden ausführlich vorgestellt, erzählen ihre Geschichte, schildern Erlebnisse im Kampf, sprechen über Zukunftsängste und das Abstumpfen der Gefühle im Krieg.“

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