WIE IM HIMMEL

WIE IM HIMMEL

Kay Pollak / Premiere am 25. April 2015

Daniel Daréus hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Große Orchester, große Konzerthallen voller Zuschauer – alle liegen dem Maestro zu Füßen. Bis er nach einem Konzert mit Nasenbluten und Kreislaufstörungen zusammenbricht. Daniel zieht die Notbremse, sagt alle Termine ab und kehrt in sein Heimatdorf zurück.Mit diesem Dorf verbindet er Momente des Glücks, wenn er in seiner Erinnerung als Kind mit seiner Geige durch die Felder streift. Aber er trägt auch ein Trauma in sich, das hier wieder an die Oberfläche zurück drängt. Als er gebeten wird, die Leitung des lokalen Kirchenchores zu übernehmen, trifft Daniel zwei Entscheidungen: Erstens, „Ich mache Musik nur noch um der Musik Willen“ und zweitens, „Echte Musik kommt aus der Seele“. Die Dörfler in der schwedischen Provinz halten Daniel zunächst für einen Spinner, aber sie lassen sich auf sein Experiment ein …

Vom Regisseur des Films selbst fürs Theater bearbeitet erzählt WIE IM HIMMEL die berührende Geschichte einer Selbstfindung, die unter demselben Titel ein Millionenpublikum ins Kino lockte und 2005 für den Oscar nominiert war.


Regie Peter Hilton Fliegel Komposition & Arrangements Erich A. Radke Musikalische Leitung Axel Scholz Bühne & Kostüme Kiki de Kock Dramaturgie Lea Redlich Regieassistenz Romy Lehmann Inspizienz Pascal Simon Grote Soufflage Jannika Wübben Hospitanz Dortje Fechner
Mit
Aom Flury (Daniel Daréus), Zenzi Huber (Lena), Thomas Marx (Stig Berggren), Ramona Marx (Inger, Stigs Frau), Sven Brormann ( Arne), Wolfgang Finck (Holmfrid), Till Alexander Lang (Conny), Alina Müller (Gabriella, Connys Frau), Lena Schlagintweit (Siv), Christoph Sommer (Tore), Statisterie (Florence, Erik, Chor)

Der Projekt-Chor für die Schlussszene besteht aus dem St. Georgs-Chor (Sengwarden), dem Gospel-Chor “Free Voices” (Hooksiel) und Mitgliedern der Banter Kantorei (Wilhelmshaven).


Presseecho

Wilhelmshavener Zeitung 27.04.2015

“Chorgesang sorgt für Gänsehaut-Moment (…) Die Premiere von „Wie im Himmel“ war ein Erfolg.” … “Das furiose Klang-Finale begeisterte die Premierengäste. Auch das aktive Bühnenbild konnte überzeugen.”

“Persönlich, gesellschaftskritisch, aus dem Leben gegriffen – bei der Premiere von „Wie im Himmel“ begeisterte das Ensemble der Landesbühne sein Publikum im Stadttheater.”

Das Bühnenbild ist in der Pause Gesprächsthema Nummer eins. Es ist ein Spiel mit der Räumlichkeit mit minimalem Aufwand. Nur durch das Verschieben von Objekten wird das Wohnzimmer zur Kirche und das Kornfeld zum Dorf. Ein aktives Bühnenbild, das die Schauspieler selbst verändern.
Im Stück sorgt Tore, gespielt von Christoph Sommer, für humorvolle Momente. Die Atmosphäre ist plötzlich voller Lebensfreude. Selbst fühlt man sich nicht als Theatergast, eher als Zuschauer einer Chorprobe oder als Gast im Gottesdienst der kleinen Kirche. Emotionale Momente übertragen sich auf die Zuschauer. Da wird spontan geklatscht, weil sich die Chormitglieder aussprechen, wird mitgefühlt, weil Daniel die Liebe zum Leben und zu den Menschen findet und Genugtuung empfunden, weil sich Gabriella (Alina Müller) gegen Machtkämpfe ihres Mannes wehrt.
Dann der Gänsehaut-Moment: Gabriella stellt sich auf die Bühne und singt. Ihre zarte Stimme lässt die Zuschauer den Atem anhalten. Außer ihr ist kein Laut zu hören.

Der Chor wird im Laufe der Geschichte immer größer, am Ende sind es etwa 70 Sänger. Der Raum ist erfüllt von sanftem Licht. Die regionalen Chöre Free Voices Hooksiel, St. Georgs-Chor Sengwarden und die Sänger der Banter Kantorei haben sich zur Schlussszene im Saal verteilt, singen mit den Schauspielern, erfüllen den Raum mit Musik.
Beeindruckend, dass der wichtigste Moment des Stückes ohne Regieanweisung und ohne gemeinsame Proben funktioniert. Die Premierengäste applaudieren begeistert.
Die Schauspieler setzen ihre Rollen sehr gut um. Nicht nur Hauptdarsteller Aom Flury überzeugt, auch Zenzi Huber. Als junge und flippige Lena reißt sie Daniel zurück ins Leben und lässt ihn unbeschwert sein Trauma überwinden. (…)
Christoph Sommer verkörpert die Behinderung überzeugend, Wolfgang Finck ruft als Gehänselter ein beschämendes Mitgefühl beim Publikum hervor.”

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