„In Deutschland gibt es rund 134 durch die öffentliche Hand geführte Theater, davon 27 Landestheater mit Reiseauftrag. Auch unsere Landesbühne Niedersachsen Nord gehört in diese Kategorie. Sie versorgt zwölf Städte im Nordwesten der Republik das ganze Jahr über mit einem breit gefächerten Theaterprogramm: vom Klassiker bis zum anspruchsvollen zeitgenössischen Stück, vom Krimi bis zum Musical, von der Romanadaption bis zur performativen Aufführung sorgt sie für gute Unterhaltung und anregenden Gesprächsstoff. Und da uns junge Menschen besonders am Herzen liegen, haben wir für sie eine eigene Sparte: die Junge Landesbühne (JuLaBü). So erreichen wir Spielzeit für Spielzeit weit über 90.000 Zuschauer*innen. Viele von ihnen halten uns über Jahrzehnte die Treue – für sie ist die Landesbühne fester Bestandteil ihres gesellschaftlichen Lebens, der oftmals in einer besonderen Verbundenheit mit dem Ensemble seinen Ausdruck findet.

Es war, ist und bleibt uns eine große Freude, für unser Publikum und mit ihm das Programm dieses Theaters zu gestalten – Impulse aufzugreifen, Akzente zu setzen, gesellschaftliches Miteinander zu zelebrieren!“

Olaf Strieb, Intendant

Warum diese Landesbühne?

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Menschen ausgehungert – nicht nur materiell. Nach der großen Katastrophe bestand endlich die Chance auf einen echten Neuanfang. Allein in Ostfriesland gründeten sich im ersten Nachkriegsjahr 46 mehr oder weniger professionelle Bühnen, von denen die allermeisten dem Konkurrenzdruck so schnell wieder weichen mussten, wie sie entstanden waren.
Zwei dieser Bühnen vereinigten sich bereits im Winter 1946/47 zur „Ostfriesischen Kammerspiele GmbH“, nämlich die „Neue Bühne” auf Norderney und die „Ostfriesischen Kammerspiele” in Leer. An der Spitze standen die ehemaligen Leiter der beiden Häuser, Wilhelm Grothe, als künstlerischer und Herbert Paris als administrativer Leiter.
Schon 1948 wurde nach unermüdlichem Klinkenputzen seitens Herbert Paris der bis heute bestehende Zweckverband gegründet und das Theater in „Ostfriesische Landesbühne” umbenannt. Als Rechtsträger sichert der Zweckverband (damals mit acht Mitgliedern, heute mit zwölf) bis heute den Theaterbetrieb in den Städten des Spielgebiets.
Mit Shakespeares „Hamlet” wurde das neu erbaute Wilhelmshavener Stadttheater 1952 eröffnet, im Gebäude der ehemaligen Marineintendantur. Die Landesbühne bekam hier ihren neuen Sitz – und wurde zur „Landesbühne Niedersachsen Nord GmbH”.

Die Landesbühne von 1952 bis heute

1952-1955 Intendant Herbert Paris, Wilhelm Grothe 1955-1958 Intendant Hermann Ludwig 1958-1973 Intendant Rudolf Stromberg. Der Neubau von bzw. die Ergänzung und Renovierung der Spielstätten in den mittlerweile 12 Orten des Zweckverbands bringt Stromberg den Spitznamen „Friesen-Schinkel“ ein. 1973-1979 Intendant Mario Krüger 1976 Bau des Werkstattgebäudes, damit ist endlich alles „unter einem Dach”. Einführung des theaterpädagogischen Modells 1979-1994 Intendant Georg Immelmann. Gründung der ersten Altentheatergruppen, Kinder- und Jugendclubs und feste Etablierung des Kinder- und Jugendtheaters in der Spielstätte „Studio Rheinstr. 91“ (99 Plätze, damalige Spielstätte der Jungen Landesbühne und der Studio-Stücke) 1994-1996 Intendant Thomas Bockelmann 1996-1998 Arnold Preuß (interimistischer künstlerischer Geschäftsführer) 1998-2013   Intendant Gerhard Hess 1999 Gründung des niederländisch-deutschen Kinder- und Jugendtheater Festivals „vis-á-vis“ Seit 2013 Intendant Olaf Strieb 2013 Gründung des Fördervereins der Landesbühne in Wilhelshaven e.V. 2016 Eröffnung der neuen Spielstätte TheOs – Theater im Oceanis (ersetzt die Spielstätte „Studio Rheinstr. 91“)